Die Caryophyllaceae (die Dianthusfamilie)
Die Nelkengewächse (Caryophyllaceae) sind nektarproduzierende Pflanzen, die im Gegensatz zu anderen Familien (wie den Boraginaceae oder Lamiaceae) eine sehr spezifische Blütenstruktur besitzen, die ihre „Kunden“ auswählt.
Die Nelke liefert sowohl Pollen (Eiweiß) als auch Nektar (Zucker) und dient als wichtige Energiequelle, insbesondere bei modernen Sorten, die viele Monate lang immer wieder blühen.
Nektarposition
Bei Caryophyllaceae, insbesondere in der Gattung Dianthus, wird der Nektar am Grund des Fruchtknotens gebildet. Da die Blüte jedoch oft einen langen, schmalen (röhrenförmigen) Kelch besitzt, ist der Nektar „versteckt“.
Spezialisierte Bestäuber
Gerade wegen dieser Struktur gelingt es nicht allen Insekten, an den Nektar zu gelangen.
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Schmetterlinge und Schwärmer: Sie sind die wichtigsten Bestäuber der Nelken. Dank ihres langen Saugrüssels (eine strohhalmartigen „Zunge“) können sie Nektar am Grund des Kelchs auffangen.
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Bienen und Bestäuber: Viele Bienenarten besuchen Nelken. Sie konzentrieren sich aber oft mehr auf der Pollensammlung (der äußerst nahrhaft ist) als auf das Sammeln von Nektar, es sei denn, der Kelch ist besonders kurz oder weit geöffnet.
Warum ist die Auswahl der Bestäuber so streng?
Die Struktur der Nelke ist nicht zufällig, sondern optimiert den Pollentransport. (X) Ausschluss von „Nektardieben“: Viele Insekten mit kurzen Mundwerkzeugen (wie beispielsweise einige Fliegen oder kleine Bienen) können den Boden nicht erreichen. Dadurch wird verhindert, dass der Nektar von Insekten verzehrt wird, die keine Fremdbestäubung gewährleisten.
Ökologischer Wert
Auch wenn sie im industriellen Sinne nicht als „Honigpflanzen“ (wie Luzerne oder Kastanie) gelten, sind sie essenziell für die Biodiversität in Städten und Gärten. Die Einbeziehung von mehrjährigen Nelken (Dianthus) und Caryophyllaceae in ein Landschaftsgestaltungsprojekt bietet Schmetterlingen und vielen anderen bestäubenden Insekten eine zuverlässige Nahrungsquelle, die in stark vom Menschen beeinflussten Umgebungen Schwierigkeiten haben, Nahrung zu finden.
Statistik der Bestäuber:
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Lepidopteren (87 %): Schmetterlinge und Schwärmer sind die Hauptbesucher und können den Nektar erreichen.
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Hymenoptera (9 %): Bienen und Hummeln besuchen diese Blüten regelmäßig, um Pollen zu sammeln, der für den Erhalt ihrer Völker unerlässlich ist.
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Diptera und Coleoptera (4 %): Weitere kleine Helfer im Gemüsegarten und Garten, die das Netzwerk der Biodiversität vervollständigen.

I PRATI Vegetazione e Fauna da Tutelare Herbert Zucchi
